Enkeltrick und Co.! Wie Sie betrogen werden.

Betrüger haben es oft auf gutgläubige Senioren abgesehen. Am Telefon, per WhatsApp, an der Haustür oder auf Kaffeefahrten versuchen sie, ihnen Geld abzunehmen. Wie erkennt man gängige Betrugsmaschen?

Kriminelle nutzen häufig die Einsamkeit und Hilfsbereitschaft älterer Menschen aus. Sie geben sich äußerst freundlich, erzählen Lügengeschichten und drängen ihre Opfer so geschickt zu Aktionen, die zum Verlust von Vermögen, Geld und Wertgegenständen führen können. Die Bandbreite der Betrugsmaschen ist groß.

Betrug am Telefon mit dem Enkeltrick

Eine ältere Dame telefoniert. © IMAGO / Eibner

Senioren sollten sichergehen: Ist da wirklich der echte Enkel am Telefon?

Der sogenannte Enkeltrick gilt als besonders hinterlistige Form des Betrugs. “Rate mal, wer hier spricht”: Mit solchen Worten melden sich Betrüger bei meist älteren Personen und geben sich als Enkel, andere Verwandte oder Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Sie schildern eine Notlage oder einen finanziellen Engpass. Stets wird die Situation als äußerst dringlich beschrieben. Weil der vermeintliche Enkel nicht selbst vorbeikommen könne, wird ein Bote angekündigt. Hat der Angerufene nicht genug Bargeld zu Hause, soll er es von der Bank holen.

Betroffene sollten bei solchen Anrufen misstrauisch sein, sich nicht unter Druck setzen lassen und Folgendes tun:

  • nicht “raten”, wer anruft, sondern sich den Namen nennen lassen
  • nach Dingen fragen, die nur der echte Verwandte wissen kann
  • Rücksprache mit anderen Familienmitgliedern halten
  • niemals Geld oder Wertsachen an unbekannte Personen übergeben
  • im Verdachtsfall die Polizei informieren

Die Polizei rät außerdem dazu, sich präventiv aus dem Telefonbuch austragen zu lassen. Betrüger suchen nämlich bewusst nach älteren Vornamen oder kurzen Telefonnummern, die heutzutage so nicht mehr vergeben werden. Wer weiterhin im Telefonbuch aufgeführt werden möchte, sollte seinen Vornamen abkürzen.

Betrug mit dem Enkeltrick über WhatsApp

Neben dem Enkeltrick am Telefon nutzen Betrüger auch WhatsApp oder andere Messenger-Dienste. Auch dort geben sie sich bei älteren Menschen als deren Kinder aus und versuchen, sie zu einer Geldüberweisung zu überreden. Die Kontaktaufnahme erfolgt zunächst in einem möglichst vertrauten und privaten Ton, oft ergänzt mit Herzchen und Smileys.

“Hallo Mama! Rate mal, wessen Smartphone in der Waschmaschine mitgewaschen wurde? Genau, meins! Deshalb habe ich ein neues Handy und eine neue Nummer. Die alte Nummer kannst du löschen.”Fiktive WhatsApp-Nachricht

Hier ist Vorsicht geboten. Das angebliche Kind oder der vermeintliche Enkel schreibt dann meist, dass eine dringende Rechnung zu bezahlen sei, was mit dem neuen Smartphone noch nicht ginge. Oder es könne nicht auf seine Bankdaten zugreifen. Das Geld – meist Summen in drei- bis vierstelliger Höhe – würde gleich am nächsten Tag zurückgegeben. In einer solchen Situation auf keinen Fall zahlen, sondern das Kind oder den Enkel unter der bisherigen Nummer anrufen und nachfragen.

Das WhatsApp-Logo auf schwarzem Hintergrund. © picture alliance / NurPhoto Foto: Nasir Kachroo

Enkeltrick über WhatsApp: So schützen Sie sich vor Betrug

Mit erfundenen Geschichten wollen Kriminelle Nutzer um Geld betrügen. Dabei geben sie sich als Kind in einer Notlage aus.

Schockanrufe setzen Opfer unter Zeitdruck

Bei sogenannten Schockanrufen melden sich angebliche Kinder, Enkel, vermeintliche Polizeibeamte oder Rechtsanwälte bei dem Opfer. Sie täuschen eine Notsituation vor, erzählen zum Beispiel, dass ein Familienmitglied einen schweren Unfall erlitten habe und sofort operiert werden müsse. Die Operation müsse aber unbedingt vorher bezahlt, das Geld in bar übergeben werden.

Die Polizei empfiehlt in solchen Fällen: Kein Bargeld an Fremde übergeben, sondern bei anderen Familienmitgliedern nachfragen oder Freunde oder Nachbarn um Hilfe bitten.

Falsche Polizisten fordern Geld oder Wertsachen

Verbreitet ist auch die Masche mit falschen Polizisten am Telefon. Tückisch: Im Display erscheint mithilfe einer speziellen Technik die Notrufnummer 110 oder die Nummer der örtlichen Polizeidienststelle. Die Betrüger fordern ihre Opfer auf, Geld zu überweisen oder Kontodaten preiszugeben. Oder bitten sie, ihre Wertsachen herauszugeben, um sie in Sicherheit zu bringen. Begründung: In der Gegend werde ein Einbruch befürchtet.

Die Polizei stellt klar und rät:

  • Die Polizei ruft niemals unter der Notrufnummer 110 an.
  • Polizei, Gerichte, Behörden und Banken fordern niemals dazu auf, Wertgegenstände herauszugeben oder Geldbeträge zu bezahlen.
  • Der Angerufene sollte sich bei der tatsächlichen Einrichtung rückversichern. Dabei nicht die Rückruftaste benutzen!
  • Am Telefon nie über persönliche und finanzielle Verhältnisse sprechen.
  • Keine Kontodaten oder Passwörter nennen.
  • Zeitpunkt des Anrufs, eventuell Namen des Anrufers und die Kontonummer, auf die Geld überwiesen werden soll, notieren und die Polizei informieren. Auf keinen Fall bezahlen!

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